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09. Februar 2010
 

Das kleine Fernsehspiel

 
Rückblick: Das kleine Fernsehspiel vom 26.10.2009 Nachtprogramm
Szene aus "jeder schweigt von etwas anderem", R: Marc Bauder, Dörte Franke. Quelle: ZDF
Tine Storck auf einem Erkennungsfoto.

Sendung vom 26. Oktober 2009

"jeder schweigt von etwas anderem"

Dokumentarfilm von Marc Bauder und Dörte Franke

In "jeder schweigt von etwas anderem" von Marc Bauder und Dörte Franke kämpfen drei Familien - aus der geschätzten Zahl von 250.000 politischen Gefangenen der DDR - mit der Frage, wie viel Vergangenheit sie zulassen wollen. Trennung, Repression und Sippenhaft haben drei Generationen geprägt. Manche Wunden sitzen so tief, dass niemand sie je aufreißen will. Jetzt aber werden die Kinder erwachsen und es wächst der Druck, das alte Schweigeabkommen zu brechen. Doch wer soll den ersten Schritt tun?

 
 

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Das Vorwort zur Reihe

Anne Gollin erklärt Reisegruppen im Bundeskanzleramt, wie Demokratie funktioniert, und berichtet in der ehemaligen Stasi-Zentrale offen über ihre Erfahrungen mit einer Diktatur. Doch in ihrer Familie hat die Trennung von ihrem Sohn tiefe Narben hinterlassen. Der einjährige Sebastian lebte nach ihrer Verhaftung bei den Großeltern und sah seine Mutter erst nach deren "Freikauf" wieder. Bis heute haben ihre Eltern kein Verständnis für ihr oppositionelles Verhalten damals, und Annes Verhältnis zu ihrem Sohn ist noch immer von Schuldgefühlen geprägt.

 

Mit der Vergangenheit überfordert?

 

Matthias und Tine Storck bekamen ihre Kinder nach ihrem "Freikauf" in Westdeutschland. Felix, Hannah und Luise wuchsen mit der Suche der Eltern nach ihren Akten und den Tätern von damals auf. Heute haben sie nicht immer Verständnis für die Beschäftigung mit diesem Thema.

 

Tine fragt sich, ob sie die Kinder mit ihrer Vergangenheit manchmal überfordern, während Matthias noch immer Antworten auf Fragen sucht, die er seinem eigenen Vater nicht mehr stellen kann. Dessen Stasi-Verwicklung wurde erst kurz vor seinem Tod aufgedeckt. In seinen Büchern findet Matthias dafür die richtigen Worte. Doch ob seine Kinder sie gelesen haben, weiß er nicht. Denn sie haben noch nie mit ihrem Vater darüber gesprochen.

 

Distanz überwinden

 

Utz Rachowski berichtet Schulklassen in ganz Deutschland, wie er als Sechzehnjähriger ins Visier der Stasi geriet. Seine Töchter Dagny und Anne dagegen trauen sich nicht, ihn darauf anzusprechen. Sie wuchsen bei ihrer Mutter auf und fragen sich, ob der Grund für die Trennung der Eltern in dieser Vergangenheit liegt. Auch seine eigene Mutter will die Vergangenheit lieber ruhen lassen, die in ihrem vogtländischen Dorf noch sehr präsent ist: denn die Spitzel von damals belästigen sie noch heute. Und während Dagny und Anne nach einer Annäherung an ihren Vater suchen, befürchtet er, dass seine Erfahrungen für immer zwischen ihm und anderen Menschen stehen könnten.

 

Sie alle wollen die Distanz überwinden. Doch wer will schon alte Wunden aufreißen? Ist Reden immer die richtige Lösung oder gibt es auch Schweigeabkommen, die man respektieren sollte? Drei Familiengeschichten aus der Zahl von ungefähr 250.000 politischen Häftlingen der DDR.

 

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"jeder schweigt von etwas anderem"

Montag, 26. Oktober 2009, 00.15 Uhr
Dokumentarfilm Deutschland 2006
Buch, Regie: Marc Bauder und Dörte Franke
Kamera: Börres Weiffenbach
Schnitt: Rune Schweitzer
Musik: Bernhard Fleischmann
Ton: Mario Köhler, Marc von Stürler
Produktion: bauderfilm, Marc Bauder, im Auftrag des ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Redaktion: Burkhard Althoff
Länge: 72 Minuten

 

Über Regisseur Marc Bauder

 

Marc Bauder wurde 1974 in Stuttgart geboren und wuchs am Bodensee auf. Von 1996 bis 2001 studierte er Betriebswirtschaftslehre in Köln und absolvierte in dieser Zeit Auslandssemester in St. Gallen und New York. 1999 gründete er die Firma bauderfilm. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Babelsberg Produktion.

 

Für die Redaktion "Das kleine Fernsehspiel" realisierte er als Autor und Regisseur die Dokumentarfilme "grow or go - Die Architekten des global village" (2003) und "jeder schweigt von etwas anderem" (2006). Zur Zeit bereitet er seinen ersten Spielfilm mit dem Titel "Das System" vor, der ebenfalls in Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel 2010 entstehen soll.

 

Über Regisseurin Dörte Franke

 

Dörte Franke wurde 1974 in Leipzig geboren, 1982 reiste sie in die BRD aus. In Köln studiert sie Politik, Germanistik und Geschichte und ab 2001 Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Babelsberg. Sie veröffentlichte zwei Romane ("die einen wetten, die anderen warten" 2001 und "denkmalimkopf" 2003) und war bei dem Kleinen Fernsehspiel "grow or go - Die Architekten des global village" (2003) als Autorin und Dramaturgin tätig.

 

Zusammen mit Marc Bauder war sie Autorin und Regisseurin von "jeder schweigt von etwas anderem" (2006). Der von ihr, Khyana el Bitar und Marc Bauder geschriebene Spielfilm "Das System" soll 2010 für das ZDF gedreht werden. Dörte Franke lebt als freiberufliche Autorin und Regisseurin in Berlin.

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Die weiteren Sendetermine der Reihe:

 
 

Sendungsinformationen

Montag, 26.10.2009 00:15 - 01:30 Uhr Nachtprogramm

VPS 27.10.2009 00:15

Länge: 75 min

Dokumentarfilm, Deutschland, 2006

  • Untertitel
  • 16 zu 9
  • Livestream
 

ZDF Mediathek

Hauptdarsteller Atta Yaqub (l.) und Autor und Regisseur Kanwal Sethi

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Im Dreh: Film über einen Pakistani in Deutschland