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15. März 2010
 

Das kleine Fernsehspiel

 
Rückblick: Das kleine Fernsehspiel vom 19.10.2009 Nachtprogramm
Szene aus "Die Ex bin ich", Regie: Katrin Rothe. Quelle: ZDF
Ex-Freundinnen (v.l.n.r.): Maria Kwiatkowsky, Friederike Kempter, Heike Warmuth

Filmreihe ab 19. Oktober 2009

"Die Ex bin ich"

Spielfilm mit Trickfilmsequenzen von Katrin Rothe

Katrin Rothes "Die Ex bin ich" wirft einen eindringlichen Blick in die Berliner Hausbesetzerszene. Im Berlin kurz nach der Wende begeht der Hausbesetzer Bert Selbstmord. Während seine drei Ex-Freundinnen nach Gründen für den Freitod suchen, reflektiert Bert - in Trickfilmsequenzen - über sein Leben in der Szene.

 
 

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In Berlin-Mitte nimmt sich kurz nach der Wende der Hausbesetzer Bert das Leben. Seine Ex-Freundin Anne (Maria Kwiatkowsky)(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) und sein bester Freund Basti sind tief bestürzt, während die anderen Hausbewohner schnell wieder in ihren Alltag zurückfinden. Sie sind mit der Haussanierung beschäftigt, die in letzter Zeit zu Konflikten mit Bert geführt hat.

 

Drei Frauen, drei Vergangenheiten

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Das Vorwort zur Reihe

Basti kontaktiert Brit (Heike Warmuth)(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) , Berts Jugendliebe, die in der westdeutschen Provinz eine Kneipe besitzt. Sie quartiert sich wie selbstverständlich in Berts Zimmer ein, um die Gründe für dessen Freitod heraus zu finden. Plötzlich taucht auch Sandra (Friederike Kempter)(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) auf, Berts letzte langjährige Freundin. Die Jura-Studentin ist von Berts Eltern geschickt worden, um sich um den Nachlass zu kümmern. Beim Durchsuchen seiner Sachen lassen die drei Ex-Freundinnen ihre jeweilige Beziehung zum Verstorbenen wieder aufleben.

Szene aus "Die Ex bin ich", Regie: Katrin Rothe. Quelle: ZDF
ZDF
Die Hausbesetzer diskutieren über die Haussanierung.

Die drei Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein: Die burschikose Brit glaubt die Wichtigste im Leben des Verstorbenen gewesen zu sein, Sandra dagegen ist für Berts Eltern die Traum-Schwiegertochter und hat die Trennung noch nicht verarbeitet. Anne wiederum lebte Berts Traum von der besonderen Freiheit, bis sie beschloss, sich an der Kunsthochschule zu bewerben.

Deutschland eine Chance geben

 

Während die Frauen sich vorsichtig einander annähern und Berts Begräbnis planen, schildert Bert - visualisiert durch Trickfilmsequenzen - wie er sein Leben und die Beziehung zu seinen Ex-Freundinnen empfand. Im spanischen Fernsehen verfolgte er den Mauerfall und beschloss "Deutschland eine Chance" zu geben. In den leerstehenden Häusern in Mitte genoss er Freiheit und Selbstbestimmung. Seine ganze Energie setzte er in die Hausbesetzung.

Szene aus "Die Ex bin ich", Regie: Katrin Rothe. Quelle: ZDF
ZDF
Bert fühlt sich nirgendwo zu Hause.

Mit der offiziellen Wiedervereinigung änderte sich alles: Bei der Räumung der Mainzer Straße wurde Bert verhaftet und später auf Bewährung verurteilt. Als er einen Job als Kurierfahrer annahm und vorschlug, polnische Arbeiter für die Sanierung zu beschäftigen, zog er den Zorn seiner Mitbewohner auf sich. Er wiederum fand "Sanierung macht unpolitisch" und wollte nie wieder Miete zahlen. Bert suchte einen neuen Sinn in seinem Leben, den er aber weder in der Szene noch in der Liebe finden konnte. Nach Berts Beerdigung unternehmen die Ex-Freundinnen ihren ganz eigenen Leichenschmaus, bevor sich ihre Wege für immer trennen ...

 

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"Die Ex bin ich"

Montag, 19. Oktober 2009, 00.30 Uhr
Buch, Regie: Katrin Rothe
Kamera: Lars Barthel, Mario Köhler
Schnitt: Karola Mittelstädt
Ausstattung, Kostüm: Ursula Maria Berzborn
Produktionsdesign, Außenrequisite: Stefan Pepe Baumgärtner
Baubühne, Malerei: Torsten Schlopsnies
Innenrequisite: Claudia Ribbisch
Producer: Sandra Wollgast
Produktion: Hahn Film AG/Gerd Hahn im Auftrag des ZDF
Redaktion: Claudia Tronnier
Länge: 87 Minuten
Darsteller: Maria Kwiatkowsky, Friederike Kempter, Heike Warmuth, Michael Krabbe, Christian Blümel, Nils Kurvin, Timo Mewes und andere

 

Pressestimme

 

"[...] Katrin Rothe wagt mit ihrem Spielfilm 'Die Ex bin ich' eine eindringliche Innenansicht auf das Leben der Berliner Hausbesetzerszene zum Anfang der 90er Jahre. Zwischendurch bestimmen traumartige Trickfilmrückblenden das Bild, in denen Bert aus dem Jenseits sein Leben erzählt und Geschichten zu der laufenden realen Handlung ergänzt. Er begründet, erzählt und erklärt seine Entscheidungen, Gedanken, Erlebnisse. Mit Bravour untermalt der Soundtrack die Trauer und Verzweiflung - aber auch die Erinnerungen an ein längst vergangenes Glück." So schreibt die Festivalzeitschrift "Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern" über den Film.

 

Die Autorin und Regisseurin Katrin Rothe

 

Katrin Rothe wurde 1970 in Gera geboren, ist Regisseurin und leidenschaftliche Trickfilmerin. Sie studierte Visuelle Kommunikation und Experimentelle Filmgestaltung an der Hochschule der Künste Berlin und war NaFög-Stipendiatin. Ihr Fernsehdebüt "Dunkler Lippenstift macht seriöser", ein 60-minütiger Dokumentarfilm, entstand in Zusammenarbeit mit der Redaktion "Das kleine Fernsehspiel" und lief erfolgreich auf dem Leipziger Dokumentarfilmfestival, auf der Duisburger Filmwoche, beim Prix Europe und war 2004 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

 

Ihre Dokureihe "Stellmichein!", die mit dem Formatlabor des Kleinen Fernsehspiels Quantum entstand, wurde 2007 mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. In ihrem seriellen Kurzformat "Was tust Du eigentlich?" (ebenfalls für Quantum) ging die Regisseurin 2008 Fragen des Alltags auf den Grund.

 

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Die weiteren Sendetermine der Reihe:

 
 

Sendungsinformationen

Montag, 19.10.2009 00:30 - 02:00 Uhr Nachtprogramm

VPS 20.10.2009 00:30

Länge: 90 min

Drama, Deutschland, 2008

  • Untertitel
  • 16 zu 9
  • Livestream
 

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