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Das kleine Fernsehspiel

 
Alejandro Cardenas mit seinem Vater. Quelle: ZDF
Eines der letzten Fotos von Alejandro mit seinem Vater

Das kleine Fernsehspiel

"Alias Alejandro"

Dokumentarfilm von Alejandro Cardenas

Dokumentarisches Roadmovie des in Peru geborenen, in Deutschland aufgewachsenen Filmstudenten Alejandro Cardenas, der sich aufmacht, seinen in Lima als Staatsfeind inhaftierten Vater zu treffen.

 
 
 
 

Ein Jahr alt war Alejandro Cardenas, als sein Vater 1979 beschloss, in den Untergrund zu gehen und sich dem peruanischen Movimiento Revolucionario Tupac Amaru (MRTA) anzuschließen. Bald wurde er Kommandant dieser linksgerichteten Rebellengruppe und einer der meistgesuchten Terroristen Südamerikas: Peter Cárdenas Schulte, alias "Alejandro" - so sein Deckname.

 

Infobox

Montag, 29. September 2008, 0.05 Uhr
Film verpasst?! - Wiederholung im ZDFdokukanal 22.00 Uhr
Buch und Regie: Alejandro Cardenas
Kamera: Florian Schilling
Schnitt: Cuini Amelio-Ortiz
Musik: Zort
Produzenten: Martin Cichy, Karsten Aurich
Produktion: sabotage films, in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb)
Redaktion: Burkhard Althoff
Länge: 94 Minuten

 
Alejandro Cárdenas trifft Angehörige einer Indio-Kommune. Quelle: ZDF
ZDF
A. Cardenas trifft Angehörige einer Indio-Kommune.

Suche nach dem Vater

Sein Sohn Alejandro blieb bei der Mutter und kam über Argentinien, Brasilien und Italien nach Berlin. Erst als Erwachsener erhielt er einen Brief des seit 1992 als Staatsfeind zu lebenslänglicher Haft Verurteilten aus einem Hochsicherheitsgefängnis: "Alejandro, mein geliebter Sohn. Du wirst Dich bestimmt fragen, wer ist dieser Typ, der es wagt, Dich Sohn zu nennen, und obendrein auch noch 'geliebter' Sohn".

"Alias Alejandro" ist das dokumentarische Roadmovie der Suche nach diesem Vater, einem Menschen, der den bewaffneten Kampf dem Leben mit seiner Familie vorzog. Der 27-jährige Alejandro Cardenas wagt die Konfrontation mit diesem lange ausgeblendeten Teil seines Lebens. Er nimmt uns mit in unbekanntes Gebiet. Von Berlin über Stockholm nach Lima geht die Reise.

Freiheitskämpfer oder Mörderbestie

Dabei begegnet er Halbgeschwistern, von denen er nichts wusste und die im schwedischen Exil leben. Er stellt seiner Mutter Fragen, auf die diese schon lange gewartet hat. Er trifft ihm völlig unbekannte peruanische Verwandte. Und er spricht mit Mitgliedern der "Comisión de la verdad y reconciliación", der peruanischen Wahrheitskommission, die Licht in die jüngste gewalttätige Vergangenheit des Landes zu bringen versucht.

Die persönlichen Begegnungen, die politische Geschichte und soziale Realität, mit der er konfrontiert ist, stellen sein Weltbild in Frage. Alle erzählen von Peter, und alle haben ihr eigenes Bild von ihm. Für Alejandro ein Puzzle, das sich nicht zusammensetzen will. Ist Peter Cardenas ein Freiheitskämpfer oder die Mörderbestie, als die er von den peruanischen Medien immer dargestellt wurde? Als Alejandro schließlich seinen berüchtigten Vater trifft, wird klar, dass obwohl seine Suche erfolgreich war, diese noch lange nicht zu Ende ist.

 
 

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